6. Lebensraum Schule 2

Schulentwicklung – ein stetiger Prozess Vorbereitungsklassen Die Schellingschule hatte von je her besondere pädagogische Aufgabenfelder. 1987 reagierte das Schulamt auf die größer werdende Zahl der Schüler mit Migrationshintergrund, und so wurden zwei Vorbereitungsklassen zum Erlernen der deutschen Sprache im Bereich der Grund- und Hauptschule eingerichtet. Ziel dieser beiden Vorbereitungsklassen ist eine baldige Integration der Schüler in eine Regelklasse.

Verlässliche Grundschule Im September 2000 wurde an der Schellingschule das Konzept der „Verlässlichen Grundschule“ erfolgreich umgesetzt: Ziel der „Verlässlichen Grundschule“ ist es, Schülern und Eltern einen verlässlichen Schulvormittag anzubieten. Fünfeinhalb Stunden sind die Grundschüler unter Aufsicht. Im Anschluss daran können sie das Angebot der Kernzeitbetreuung von 12.15 Uhr – 14.00 Uhr nutzen. Die Kernzeitbetreuung wird vom Amt für Familie, Jugend und Schule organisiert.

Runder Tisch Seit dem Schuljahr 2000/2001 gibt es die Einrichtung des „Runden Tisches“. Ganz unterschiedliche gesellschaftliche Interessensvertreter treffen sich dabei zu einem Erfahrungsaustausch: – Lehrer der Leonberger Hauptschulen und des Beruflichen Schulzentrums – Schulsozialarbeiter – Vertreter der – Bundesagentur für Arbeit – Kirchen – Stadtverwaltung – Mitglieder der Industrie und des Handwerks

Seit 2007/2008 wird nun der „Runde Tisch“ neu organisiert: So soll eine Homepage mit freien Ausbildungsstellen für Förder-, Haupt- und Realschüler eingerichtet werden. Ziel dieser Maßnahmen ist, zu einem leichteren und erfolgreichen Übergang in die Berufswelt beizutragen.

Einführung der Projektprüfung – Hauptschulen und Wirtschaft rücken ein Stück näher zusammen Eine im Jahr 2000 an der Schellingschule eingeführte und seit 2001 an allen Hauptschulen verpflichtende Änderung der Hauptschulabschlussprüfung stellt die Projektprüfung dar. Ziel ist eine Überprüfung der methodischen und sozialen Kompetenzen. Damit soll den gestiegenen Anforderungen der Wirtschaftswelt Rechnung getragen werden. Es wird neben den drei zentralen Prüfungen in Deutsch, Mathematik und Englisch die Projektprüfung themenorientiert und fächerübergreifend abgenommen. In Kleingruppen eignen sich die Schüler Wissen zu einem selbst ausgewählten Thema an. Sie arbeiten dieses Wissen aus und präsentieren die Ergebnisse abschließend der Prüfungskommission.

Ganztagesschule Schellingschule 2004 strebte die Schellingschule das pädagogische Konzept der Ganztagesschule an. Sie bewarb sich um die Aufnahme in das Förderprogramm. IZBB (Investitionsprogramm des Bundes „Zukunft Bildung und Betreuung“). Berlin bezuschusste die Investitionen der Schellingschule in Räume, Mobiliar und technische Ausstattung, sowie künstlerische, musische und sportbetonte Bildungsangebote in Höhe von rund 187.000 €. Fast 210.000 € wurden jedoch letztendlich benötigt, um den Ganztagesbetrieb ab dem 7. November 2005 aufnehmen zu können. Zunächst wurde das Konzept des Ganztagesbetriebs nur in den Klassenstufen 5 und 6 eingeführt, es erfuhr jedoch ab dem Schuljahr 2006 / 2007 auch für die Klassestufe 7 seine Gültigkeit.

An drei Tagen (montags, dienstags und donnerstags) findet die Ganztagesbetreuung von 7.45 Uhr bis 16.00 Uhr statt. Um 12.30 Uhr wird den Schülern ein Mittagessen angeboten. Die pädagogischen Inhalte der Betreuungszeiten werden größtenteils von der Schule selbst angeboten. Unterstützung darin bieten die Schulsozialarbeit und externe Organisationen wie die Jugendmusikschule der Stadt Leonberg, Vereine und Jugendhilfeträger.

Notwendige Baumaßnahmen Der ehemalige Musiksaal wurde zur Mensa umgebaut. Dazu wurden Trennwände entfernt und durch eine Front aus Glas ersetzt. Die Mensa bietet nun Platz für etwa 60 Schüler. Des Weiteren wurden zwei zusätz- liche Räume geschaffen, die es den Schülern ermöglichen, sich dort zu treffen und Ruhe zu finden. Die Außenanlage des Anbaus erhielt ein Sonnensegel und wurde zur Ruhezone mit Sitzgelegenheiten umgestaltet.

Kooperationsklasse lebensraumschule2Im September 2004 bot die Schellingschule zum ersten Mal die neue Schulform der Kooperationsklasse Hauptschule – Berufsvorbereitungsjahr an. Mindestens 15 Schüler aus den Haupt- und Förderschulen des Altkreises Leonberg sollten es sein, damit der Schulversuch durchgeführt werden konnte. Aber erst 2005 bewarben sich ausreichend Schüler. Ziel dieser Klasse ist es, die Schüler zu unterstützen, deren Hauptschulabschluss nach dem Wissensstand nach Klasse 8 gefährdet erscheint. Mit einer zweijährigen intensiven pädagogischen Betreuung soll ihnen so zu einem Abschluss und einem anschließenden Ausbildungsplatz verholfen werden. Die Jugendlichen werden im ersten Jahr drei Tage in der Woche hauptsächlich in Mathematik, Deutsch und Englisch an der Schellingschule unterrichtet. An zwei Tagen in der Woche werden sie am Beruflichen Schulzentrum in den fachpraktischen Unterricht von Holz- und Metalltechnik, Nahrungszubereitung und Sozialpflege eingegliedert. Im zweiten Jahr sind die Schüler ausschließlich am Beruflichen Schulzentrum und erhalten dort den für die Hauptschulabschlussprüfung relevanten Fachunterricht. Fachpraxis erfolgt nun nur noch in zwei der vier Bereiche. Hinzu kommt außerdem noch die Durchführung eines Betriebspraktikums.

Veränderte Eingangsstufe – jahrgangsübergreifender Unterricht in Klasse 1 und 2 Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 werden in der Schellingschule erstmals die Klassen 1 und 2 jahrgangsübergreifend unterrichtet. Vier Lehrer sind in vier Parallelklassen mit jeweils 20 Schülern tätig. Die Gründe dafür sind zum einen die zurückgehenden Schülerzahlen gewesen. Waren es bislang immer rund 40 Erstklässler, so wurden in diesem Schuljahr nur 30 Kinder an der Schellingschule angemeldet. Zum anderen stellt jahrgangsübergreifender Unterricht ein pädagogisches Konzept dar, Lernmöglichkeiten auszuschöpfen, so kann Lernen erleichtert werden. Die Idee: Kinder lernen von Kindern, kleine „Experten“ bringen Mitschülern etwas bei. Ältere sorgen sich um Jüngere oder auch mal umgekehrt. Dadurch lernen Kinder mit- und voneinander. Es müssen jedoch stets zwei Lehrpläne beachtet werden, um die Schüler altersgemäß zu fordern und zu fördern. Neben dem gemeinsamen Unterricht bekommen die Zweitklässler Zusatzeinheiten, da am Ende eines Schuljahres die geforderten Kompetenzen erlangt werden müssen. Erreichen die Schüler die dritte Klasse, gehen sie wieder getrennte Wege.


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